Die strahleninduzierte Cystitis ist eine Form der Blasenentzündung, die als mögliche Nebenwirkung einer Strahlentherapie im Beckenbereich auftreten kann. Sie entsteht, wenn die Strahlenbelastung zu einer Schädigung der Blasenschleimhaut führt. Diese kann ihre natürliche Schutzfunktion nicht mehr vollständig ausüben. In der Folge kann es zu Reizungen, Entzündungen, Schmerzen und häufigem Harndrang kommen.
Ursachen
Während einer Strahlentherapie zur Behandlung von Krebserkrankungen im Unterleib, wie Prostatakrebs, Blasenkrebs oder Gebärmutterhalskrebs, kann es zu einer Schädigung der Blasenzellen kommen. Die Strahlenbelastung kann dabei:
- die Glykosaminoglykan(GAG)-Schicht der Blase angreifen, wodurch Ihre Schutzfunktion beeinträchtigt wird
- die Blasenschleimhaut reizen und eine chronische Entzündungsreaktion auslösen
- die Blasenwand verdicken (Fibrose) und ihre Elastizität verringern, was die Blasenfunktion einschränken kann
- Blutgefäße der Blase schädigen, was die Durchblutung mindert und die Regeneration des Gewebes erschwert
Symptome
Die Beschwerden bei strahleninduzierter Cystitis ähneln teilweise denen einer Interstitiellen Cystitis oder wiederkehrender Harnwegsinfektionen, weisen jedoch einige charakteristische Besonderheiten auf. Zu den häufig beschriebenen Symptomen zählen:
- Häufiger Harndrang – auch nachts
- Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen
- Blasenkrämpfe und Druckgefühl
- Blut im Urin (Hämaturie) in fortgeschrittenen Fällen
- Beeinträchtigte Blasenentleerung durch Versteifung des Gewebes
Therapieoptionen
Die Behandlung der strahleninduzierten Cystitis richtet sich nach dem Schweregrad der Beschwerden sowie dem individuellen Verlauf. Ziel ist es, die Funktion der Blase bestmöglich zu erhalten, Beschwerden zu lindern und Folgekomplikationen zu vermeiden.
Je nach Ausprägung der Symptomatik stehen verschiedene unterstützende und therapeutische Maßnahmen zur Verfügung.
I. Basismaßnahmen
- Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr: diese kann helfen, die Blase zu spülen und Reizstoffe zu verdünnen
- Die Vermeidung von reizenden Lebensmitteln: etwa säurehaltige oder stark gewürzte Speisen, um mögliche Beschwerden zu verringern
II. Blaseninstillation
ialuril® Prefill enthält Hyaluronsäure und Chondroitinsulfat, die helfen, die GAG-Schicht der Blase zu regenerieren und die Schutzbarriere wiederherzustellen.
III. Medikamentöse Therapie
- Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente zur Linderung von Beschwerden
- Blasenspasmolytika zur Reduzierung von Blasenkrämpfen
IV. Weitere Maßnahmen
Invasive Verfahren: In schweren Fällen kann eine hyperbare Sauerstofftherapie oder eine operative Behandlung erforderlich sein.